Tourenradler radeln mit Freunden nach Bron

Seit Jahren pflegt der Radfahrer-Verein gute Kontakte zu den Radsportlern in unserer Partnerstadt Bron. Nachdem das Corona-Virus im vergangenen Jahr das Treffen verhindert hat, konnten wir nach einigen Verschiebungen die von unseren französischen Partnern vorbereitete Tour in Angriff nehmen.
Am Montag, den 6. September starteten wir mit unseren vollgepackten Fahrzeugen nach St- Maurice in der Nähe von Martigny. Fast zeitgleich trafen die Radler aus Bron und wir am Startort unserer Radtour ein. Sehr groß war die Freude, sich nach langer Zeit endlich mal wieder sehen zu können.


Der erste Tag begann gleich mit einer Überraschung: Wir wurden zu einer Stadtführung durch St. Maurice eingeladen. Schwerpunkt der Führung war die eindrucksvolle Kirche, deren Ursprünge aus dem 5. Jahrhundert stammen, aber auch die netten Straßen und Gasse luden zum Verweilen ein. Nachdem dem gemeinsamen Abendessen blieb noch ausreichend Zeit für angenehme Gespräche.

Die erste Etappe führte uns entlang der oberen Rhone ans nördliche Ufer des Genfer Sees, vorbei an Montreux, Vevey und Lausanne bis nach Etoy. Auf dem morgendlichen Abschnitt konnten wir vielfach die Radwege entlang des Sees nutzen und uns an der schönen Landschaft erfreuen. Natürlich haben wir auf unserem Weg vielfach wegen der mit 16 Radlern doch recht großen Gruppe einige Aufmerksamkeit erregt.

Nachmittags waren wir noch zu Gast bei der Schwester von Antoine, direkt am Ufer des Genfer Sees. Natürlich konnten einige der Versuchung nicht widerstehen, kurz ein erfrischendes Bad im See zu genießen.  In Etoy erwartete uns ein einfaches, aber sauberes Self-Service- Hotel. Das gemeinsame Abendessen im schönen Garten einer Pizzeria im Nachbarort war vorzüglich.

Die zweite Etappe erstreckte sich von Etoy bis nach Seyssel in Frankreich. Sie führte uns ganz nah am Ufer des Genfer Sees über Nyon nach Genf, beide Städte haben eine schöne Altstadt verbunden mit einem besonderen Flair. Die anfängliche Sorge, dass die Durchfahrt durch Genf schwierig werden könnte, hatte sich nicht bewahrheitet. Der Ausbau der Radwegeinfrastruktur ist in der Schweiz überwiegend hervorragend gelungen.
Höhepunkt des Nachmittages war der Rhoneradweg von Genf nach Seyssel. Hier durchbricht die Rhone mit einem tiefen Einschnitt den Jura und für uns Radler waren einige Anstiege mit etlichen Höhenmetern zu bewältigen. Aber der Blick auf die sich blau-grün schlägelnde Rhone war die Anstrengung wert.

Am Ende der Etappe hatten unsere Freunde noch eine besondere Idee: Der Staudamm bei Genissiat sei einen Besuch wert. Die Abfahrt hinunter zur Staumauer hat Spaß gemacht, der Besuch des Wasserkraftwerkes natürlich auch. Aber nach dem Spaß kommt meist die Anstrengung: der recht steile Anstieg hinauf nach Chanay brachte den Kreislauf in Schwung.  Nach gut einhundert Kilometern erreichten wir unser Hotel in Seyssel, recht malerisch direkt an der Rhone gelegen. Auf der Terrasse wurden wir mit einem vorzüglichen Abendessen überrascht.

Am dritten Tag war die Rhone unser ständiger Begleiter. Der Radweg verläuft weitestgehend direkt neben dem Fluss und ist sehr gut ausgebaut. Nach kurzer Fahrzeit erreichten wir den kleinen Ort Chanaz, idyllisch an einem Stausee gelegen. Hier gibt es viele Ferienhäuser und Jachtanlagen, entlang eines Kanals laden viele Restaurants mit ihren Terrassen zum Verweilen ein. Wir waren aber leider ein wenig zu früh dran.  Im Hafen von Murs konnten wir unsere mittägliche Stärkung einnehmen, der zweite Abschnitt an diesem Tag führte uns ein wenig ins Hinterland und erinnerte uns an die vielen „Wellen“ im heimischen Allgäu. Gegen 17 Uhr erreichten wir unser Hotel in Montalieu-Vercieu, direkt an einem schönen See gelegen, der im Sommer sehr gerne von Urlaubern und Tagesausflüglern genutzt wird.

Die vierte und letzte Etappe unserer gemeinsamen Tour war teilweise vom Regen begleitet. Deswegen suchten wir in der Mittagspause Unterschlupf in einer leerstehenden Fabrikhalle. Nach einer Stunde endet erfreulicherweise der Regen und der Weiterfahrt nach Bron stand nichts mehr im Wege. Auch hier war die Rhone der ständige Begleiter. Kurz vor Lyon besuchten wir noch eines der ältesten Wasserkraftwerke Lyons.

Vor dem Rathaus von Bron wurden wir mit großem Applaus von vielen Mitgliedern des Partnerschaftskomitees empfangen, angeführt vom Bürgermeister der Stadt Bron, Herrn Jérémie Bréaud. Im Saal des Rathauses waren wir zu einem offiziellen Empfang eingeladen. Alles war schon perfekt vorbereitet. Sogar unsere vor dem Rathaus parkenden Räder wurden während des Empfangs extra von einer Polizeistreife bewacht!

In den Ansprachen von Herrn Breáud, Georges Rivier, Mathilde Cart Grandjean und Harald Hacker wurde die Bedeutung der Partnerschaft zwischen den beiden Städten und insbesondere die guten Beziehungen zwischen den Radsportfreunden hervorgehoben. Am Abend waren wir Gäste des Partnerschaftskomitees im CentreSocial. Wir bedanken uns sehr für die vorbildliche Gastfreundschaft und das ausgezeichnete Abendmenü.

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Stadtbesichtigung in Lyon per Rad. Wie schon beim letzten Besuch waren wir auch dieses Mal beindruckt von den vielen schönen historischen Gebäuden in der Altstadt, dem pulsierenden Leben entlang den Ufern der Rhone und Saône und dem beeindruckenden Rathaus der Stadt. An vielen Stellen entstanden inzwischen neue moderne Gebäude.
Auf der Ile Barbe, einer Insel in der Saône im Norden der Stadt erwarteten uns bereits die französischen Freunde mit einem leckeren Picknick. Auf dem Rückweg kamen wir im ehemaligen Arbeiterviertel „Croie-Rousse“ an den überdimensionalen Wandmalereien „Le mur des canuts“ vorbei. Es ist schon frappierend, wie täuschend echt die Darstellung ist. Man muss es einfach gesehen haben. Nach einem kleinen Zwischenstopp in einer der vielen Straßenwirtschaften der Stadt erreichten wir gegen 17 Uhr unser Hotel.

Unser 6-tägiger Besuch fand seinen Höhepunkt bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant unweit unseres Hotels. Wieder wurden wir mit viel Empathie, Freundlichkeit und Großzügigkeit verwöhnt.

Es war sehr schön mitzuerleben, wie sich die Gespräche trotz aller Sprachprobleme von Tag zu Tag intensiviert haben. Der Vorsitzende des Radfahrer-Vereins, Manfred Ströhm, bedankte sich bei allen, die zum Gelingen dieses gemeinsamen Treffens beigetragen haben, insbesondere bei Georges Rivier auf französischer und Harald Hacker auf deutscher Seite.

Diese sehr besondere Begegnung in diesem Jahr haben die Radler aus Weingarten zu einer Gegeneinladung im kommenden Jahr ermuntert. Im Frühsommer 2022 ist eine Tour um den Bodensee geplant, verbunden mit einem anschließenden Aufenthalt in Weingarten. Die Radlerinnen und Radler aus beiden Städten freuen sich schon auf dieses bevorstehende Ereignis.

Abschließend noch eine kurze Übersicht über die fünf Etappen:

  • Etappe 1              St.Maurice-Etoy               82 km                   430 Hm
  • Etappe 2              Etoy -Seyssel                  105 km                  880 Hm
  • Etappe 3              Seyssel- Montalieu          98 km                   370 hm
  • Etappe 4              Montalieu-Bron 81 km                   300 hm
  • Etappe 5              Stadtrundfahrt                 42 km                   360 hm

 

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