Harry’s Alpentour Teil 3

Hallo liebe Familie und Freunde,
ich sitze gerade im Zug von Martigny nach Romanshorn und habe Zeit, über den Abschluss meiner Alpenüberquerung vom Mittelmeer ins Rhônetal zu berichten:
Tag 7:

Von vorneherein war klar, dass diese Etappe über das Gelingen der Alpenüberquerung entscheiden würde und führte zum Colle del Nivolet ( 2612 m), Passhöhe zwischen den italienischen Regionen Piemont und Aosta. Mit 2200 Höhenmetern kann man an diesem Pass die größte Höhendifferenz auf einer geteerten Straße in den Alpen überwinden. Über mehrere Geländestufen , die mit Rampen bis zu 18% gewürzt waren, erreichte ich zwei Stauseen, Ausflugsziel vieler Italiener aus dem Großraum Turin. Dummerweise war heute Sonntag und damit ordentlich Verkehr, der allerdings nach den Stauseen deutlich nachließ. Dafür nahm die Stärke des Windes zu, der von oben das Tal herunter blies und die letzten 10-15 km bei sowieso schon zweistelligen Steigungprozenten zu einem Belastungstest für Geist und Psyche werden ließen. Mit km 90 des heutigen Tages hatte ich den höchsten Punkt erreicht. Die Landschaft atemberaubend schön und gekrönt vom Viertausender Gran Paradiso. Vor vielen Jahren habe ich ihn schon mit Skiern bestiegen.
Noch nicht erreicht war der Gipfel an Strapazen , denn 700 Höhenmeter Abstieg ins Valsavarenche hinunter standen noch bevor. Ein flaches Hochtal hinunter konnte ich das Rad noch schieben , einige Meter sogar noch fahren. Doch dann war Wechsel auf Turnschuhe angesagt, die Packtaschen mit Schulterriemen um den Hals gehängt und das Rad noch auf die Schulter gepackt: So ging es die letzten 300 Höhenmeter eine Stunde lang auf sehr steilem Bergweg nach Pont hinunter. Hier hatte ich 3 Ziele erreicht: ein 🍺, eine geteerte Staße und der Knackpunkt der Alpenüberquerung war geschafft. Zum Zelten war es mir hier zu kalt. In rauschender Fahrt rollte ich nach Aosta hinunter und fand bald einen netten Campingplatz 🏕. 13 Stunden im Sattel oder mit dem Rad gesattelt und immer in Erinnerung bleibend lagen hinter mir.

Tag 8 war nur noch eine Pflichtübung: Von Aosta bei angenehmen Steigungsprozenten 1900 Hm über den Großen St. Bernhard nach Martigny. Der Verkehr war sehr angenehm. In der Abfahrt nach Martigny viele Erinnerungen an unsere Verbier-Zeit in den 80-er Jahren mit Helga und Klaus. 35 km Abfahrt, ausrollen zum Campingplatz.
Das Abenteuer ist zu Ende und ich komme gleich in Romanshorn an.

Weitere Berichte…

Teil 1

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